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Nachdem wir also unseren Stallwechsel hinter uns gebracht und damit nun auch
keine Stallarbeitsmaschine mehr hatten, lief die Suche nach einer Alternative
bereits auf vollen Touren. Wie schon bei der Beschaffung des Mopeds, spielte
eBay auch in diesem Fall eine Hauptrolle... Nachdem ich einige Wochen ergebnislos versuchte, in unmittelbarer Umgebung etwas passendes zu finden, konzentrierte ich meine Bemuehungen wieder einmal auf eBay. Zwischenzeitlich hatte ich auch einen Belarus MTS50 mit Hublader sowie einen Famulus RS14 mit Hublader und Maehwerk im Visier. Waehrend der eine dann doch eher eine Nummer zu gross war und ausserdem einige nur sehr aufwendig zu reparierende Maengel aufwies, ueberschritt der andere mein mir selbst gesetztes Limit deutlich... |
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Letztlich sollte es also doch wieder ein RS09 werden. Am Ende hatte ich die
Nase von eBay voll und versuchte mein Glueck in verschiedenen Schlepperforen
und auf Treffen von Schlepperfreunden. Dort wurde ich letztlich auch fuendig
und damit begann die naechste Bastel-Story... |
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Kurze Zeit spaeter hatte ich ein akzeptables Angebot gefunden. Die Maschine
war eine der letzten gebauten RS09/2 (Baujahr 1971), über die gesamte Zeit
in Privathand und sollte vor allen Dingen einen 100% fitten Motor enthalten.
Der Gesamtzustand wurde bis auf Reifen und Lenkung als gut bezeichnet, Hubarm
und Maehwerk waren ausserdem dabei. Der einzige Wermutstropfen - das Teil
stand auf einem Hof bei Magdeburg. Was tun? Nach langem Hin und Her und mehreren missglueckten Versuchen einen geeigneten Haenger zu beschaffen, liess ich den RS09 zum Freundschaftspreis, von einer Spedition, die zufaellig gerade eine Leerfahrt von da oben hatte mitbringen... |
![]() Baujahr 1971 - mit etwas komischer Typenbezeichnung - wahrscheinlich Export |
![]() Der Hubarm war zum Transport abgebaut worden. |
![]() Mensch, sogar ne Haengerkupplung war dran... *pfeif* |
![]() ...sowie jede Menge Teile und sogar ein zweites Maehwerk. |
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Da stand er nun und die Sichtung des tatsechlichen Zustandes konnte beginnen.
Der Motor sprang trotz laengerem Stillstand tatsaechlich sofort an und machte
von Zug und Klang einen ordentlichen Eindruck, was man von der Lenkung kaum
sagen konnte. Zwar hatte der Verkaeufer auf die seiner Meinung nach defekten
Spurstangen hingewiesen und sogar einen nagelneuen Satz mitgeliefert, aber
das wird mir wohl herzlich wenig nutzen. Nie und nimmer konnten selbst voellig
ausgeklapperte Spurstangen ganz allein fuer eine 3/4 Drehung Lenkradspiel
verantwortlich sein. Da wird wohl noch einiges an Spass auf dich zukommen,
dachte ich. Die hinteren Reifen befanden sich im beschriebenen Zustand und waren damit nicht mehr benutzbar. Ansonsten traf ich auf einen, sagen wir durchwachsenen Zustand. Ich denke nicht, dass der Vorbesitzer den genauen Zustand beurteilen konnte, er stand wohl mit Begriffen wie Pflege- und Schmierplan nicht gerade auf Du-und-Du. Die Oelstaende auf Motor und Getriebe waren mehr als duerftig, die Hydraulik hatte gar gerade mal noch 20% des Sollstandes zu verzeichnen. und die ueber die gesamten Maschine verteilten Schmiernippel hatten zum Teil seit Jahrzehnten keine Fettpresse mehr gesehen. Leider, leider. Gerade der Zustand aller beweglichen Teile, insbesondere an Lenkung und Fahrwerk war damit mehr als uebel. Auch an einigen Basteleien war die Unfaehigkeit meines Vorgaengers deutlich abzulesen... |
![]() Zugentlastung des Hubarm-Traegers... |
![]() Arghhh! |
![]() ...und unten. |
![]() Ackerbolzen? Ne, Wasserrohr mit Bolzen durch reicht voellig. |
![]() Nochmal die Halterung fuer die Zugentlastung des Hubarm-Traegers... |
![]() ...und die Folgen der Bastel-Halterung im Bild drueber. |
![]() Ohne Worte! |
![]() Der Sitz hat auch schon bessere Zeiten gesehen... |
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So sieht b.z.w. sah es also erstmal aus. Viel zu tun und dieses mal wird es
kaum auf die Billigtour zu machen sein. Alleine der benoetigte Satz Reifen
wird mit knapp 400,- tEUR zu Buche schlagen und das noch ganz ohne Montage! |
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Inzwischen laufen die Arbeiten am Objekt schon einige Stunden, derzeit bin
ich mit der Ueberholung der desolaten Lenkung beschaeftigt. Dazu wurden das
Lenkrad, die Lenksaeule und der Haupttraeger demontiert, um zunaechst einmal
den Zustand der hinteren Lenkmechanik eroieren zu koennen. Waehrend die im
Getriebetunnel befindlichen Lenkteile noch einen durchaus guten Eindruck
machten, musste die hintere Gelenkwelle am Uebergang zum Haupttraeger
(siehe Bilder) ausgetauscht werden... |
![]() Abgeflanschter Haupttraeger... |
![]() ...mit offenliegender Lenkmechanik |
![]() Haupttraeger mit darauf liegendem Lenkgestaenge (oben)... |
![]() ...und das Corpus Delicti, hier bereits nach dem Austausch. |
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Auch die Vorderachse, jahrelang nicht abgeschmiert, machte keinen viel besseren
Eindruck. Nachdem die Teile nach langem mal wieder Fett gesehen hatten, fingen
sie fröhlich an zu klappern. Aufgrund Spieles des Achsträgers und des in
"Langlöchern" befestigten Vorderachskonsols, war letzteres
gerissen und das Lenkgetriebe, völlig ölfrei, ließ sich nicht
mal mehr zweihändig durchdrehen... Viel zu tun also. Eine komplette Überholung der Vorderachse inklusive neuer Buchsen und Gußschweißen des Vorderachskonsoles ist im Rahmen der verfügbaren Zeit leider nicht möglich, da das Gerät dringend im Pferdestall benötigt wird. Also vertagte ich dies erst einmal auf nächstes Jahr und beschränke mich darauf, die grundsätzliche Funktionalität wieder herzustellen. Die vordere Gelenkwelle am Lenkgetriebe wurde ersetzt sowie das Lenkgetriebe gereinigt, mit frischem Öl versorgt und neu eingestellt. Die Langlöcher an der Verschraubung des Vorderachskonsols im Hauptträger wurden repariert und einige der Befestigungsschrauben neu gedreht. Dazu kam ein Satz neue Spurstangen und Kegelradlager mit Staubschutzkappen. Letztlich wurde alles wieder montiert. Während der Überholung der Vorderachse bekam das gute Stück ganz nebenbei einen Satz nagelneuer Hinterreifen, die beschädigten Trägerlöcher wurden wie auch die gerissenen Schutzblechthalterungen wieder repariert und einige kleinere andere Macken behoben... |
![]() Das wieder eingebaute Lenkgetriebe... |
![]() ...und die vordere Gelenkwelle nach der Überholung. |
![]() Die endmontierte Radaufhängung... |
![]() ...und der instandgesetzte Hauptträger. |
![]() Ein etwas russischer Reparaturversuch der Sitzhalterung ;o) |
![]() Der Motor, frisch gereinigt... |
![]() ...und die niegelnagelneuen Reifen... |
![]() ...in voller Pracht :o) |
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Mit der Fertigstellung der Vorderachse kam nun langsam die Endmontage der
Vorderfront in Reichweite. Leider ist dies mit den von mir meistgehassten
Arbeitsschritten verbunden - Schleifen, Grundieren und Lackieren. Mehrere Stunden verbrachte ich damit, Träger und Vorderache zu entrosten, mit Hammerite Rostblocker zu behandeln und anschließend mit Zinklack zu füllern und in einem zweiten Durchgang zu grundieren. Danach gab es eine 3-lagige "Abdeckung" im originalen Farbton des RS09... |
![]() Mit etwas Farbe... |
![]() ...nimmts doch langsam wieder Formen an, oder? |
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Nachdem Hauptträger und Hubarm sowie Vorderachse samt Rädern fertig
montiert und lackiert waren, konnte nun endlich auch das Hinterteil in Angriff
genommen werden. Zunächst wurden die Radläufe und Kotflügel
gründlich gereinigt, ausgeklempnert und anschließend ebenfalls
lackiert. Auch die nun abgebauten Hinterräder bekamen wieder den Flair
der goldenen sechziger Jahre ;o) Während der Lackierarbeiten bzw. den dabei anfallenden Trocknungszeiten widmete ich mich einer gründlichen technischen Verjüngungskur von Motor und Getriebe...
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![]() Nun schon mit vormontiertem Hubarm... |
![]() Frisch ausgeklempnerte und lackierte Kotflügel... |
![]() Geil, gelle?! |
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Etwa nach 160 Arbeitsstunden, unzähligen Überraschungen und
Rückschlägen sah es fast so aus, als wenn endlich das Ende der
Arbeiten abzusehen wäre. Aber seht selbst ;o) |
![]() ... |
![]() ... |
![]() ...ohne Worte eben... |
![]() Ich weiss, die Maschine muss noch *g*... |
![]() auch an der Hydraulikverteilung... |
![]() ...und Elektrik ist noch bisserl zu tun. |
![]() Tja, dann muss das Mähwerk noch vollständig dran... |
![]() ...aber wenigstens hängt der selbstgebaute Batteriekasten schon an seinem Platz. |
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Leider mußte noch ein kleines aber leider teures Mißgeschick
passieren. Einige noch nicht angezogene Schrauben sorgten während der
Probefahrt für einen zusätzlichen Schaden, ohne dessen Reparatur
leider kein Fahrbetrieb möglich sein wird... Zur Zeit versuche ich, so ein Teil schnellstmöglich irgendwoher aufzutreiben... |
![]() Strukturelles Integritätsversagen des linken Achstrichters :o( |
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Nach knapp 4 Wochen war das Ersatzteil beschafft. Es wurde auch hoechste
Zeit, der Winter stand quasi schon vor der Tuer. Die Montage dieses Achstrichters ist zwar nicht schwer, jedoch alles andere als schnell mal zwischendurch gemacht. Nach ca. 9 Stunden Arbeit war ich endlich wieder im Plan und das gute Stueck konnte zur Arbeit in den Stall abdeligiert werden ;o) |
![]() Der abgebaute Achstrichter mit innliegender Bremstrommel... |
![]() ...das (wirklich) nagelneue Ersatzteil... |
![]() ...und hier muss der Scheiss wieder dran! |
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Seitdem verrichtet das Teil in unserem Stall erste dringende Arbeiten und
das bisher voellig problemfrei. Der weitere Aufbau von Maehwerk und Elektrik,
einige Restarbeiten an der Hydraulik sowie abschliessende Lackierarbeiten
werden dann im naechsten Jahr weitergefuehrt. Zur Zeit, inzwischen ist es schon Februar 2006, haelt das Teil jedenfalls ganz, ganz tiefen Winterschlaf ;o) |
![]() Leise rieselt der Schnee... |
![]() ...still und starr liegt der See... |
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Soweit der aktuelle Stand per 02.02.2006. Sobald es weitere Bilder gibt
(und das wird sicher erst im Sommer), werden sie selbstverstaendlich sofort
hier zu sehen sein ;o) |